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16.01.2026
Das Fahrrad ist in Bamberg Verkehrsmittel Nr. 1

Nach der im Sommer 2025 durchgeführten Haushaltsbefragung stieg der Anteil des Radverkehrs in Bamberg auf sensationelle 35 %. Damit reiht sich Bamberg deutschlandweit in die Städte mit den höchsten Radverkehrsanteilen ein.
Der Fußverkehr erreicht 23 % und der ÖPNV 9 %. Damit liegt der Anteil der Wege, die im Rahmen des sogenannten Umweltverbunds zurückgelegt werden bei 67 %! Es fehlen also nur noch 8 %-Punkte zu dem im Verkehrsentwicklungsplan für 2030 angestrebten Ziel von 75 % für den Umweltverbund.

Es stellt sich jetzt die Frage wie alle Beteiligten, also Politik, Verwaltung, Lobbyverbände und natürlich alle Bamberger:innen damit umgehen. Einen ersten Eindruck, wie die Politik damit umzugehen gedenkt, bekam man auf der letzten Sitzung des Mobilitätssenats des Bamberger Stadtrats. Neben Freude und Stolz auf der einen Seite, zweifelte die andere Seite die Erhebungsmethoden an und stellte vor allem Probleme heraus.

Ja, die Zahlen wären niedriger, wenn die Befragung im Winter stattgefunden hätte, ja das Absinken des ÖPNV Anteils um einen Prozentunkt ist nicht erfreulich! Nein, die Zahlen werden nicht aussagefähiger, wenn der Stichprobenumfang deutlich höher wäre und Nein, der Bamberger Einzelhandel leidet nicht unter der hohen Quote der Radfahrenden! Letzteres wurde allen Ernstes von Stadtrat Seitz vorgebracht. Schlussendlich sind solche Reaktionen ein verzweifelter Ausdruck von meist konservativen Stadträt:Innen, die es nicht wahrhaben wollen, dass ihr Lieblingskind, das Auto, den Spitzenplatz im Modal Split verloren hat.

Bei aller Unschärfe solcher Befragungen, die Entwicklung des Radverkehrsanteils nach oben ist sicher. Lag dieser in den 2000er Jahren noch bei 22 %, 2015 bei 30 % so ist er jetzt auf 35 % gestiegen! Wir vom Bamberger ADFC sind auf jeden Fall stolz auf diese Zahlen. Sie zeigen, dass sich viele Bamberger bei ihrer Verkehrsmittelwahl für eine umweltfreundliche und welterbeschonende Alternative entscheiden. Vielen Dank dafür!

Bei aller Freude über dieses Ergebnis bleibt aus ADFC-Sicht noch viel zu tun. Zukünftig muss das Fahrrad noch viel mehr im Zentrum der Verkehrsplanung in Bamberg stehen. Die Fixierung auf das Auto muss ein Ende haben. Eine komfortable und sichere Radverbindung ist wichtiger als ein paar Autostellplätze!

Bei aller Kritik unsererseits an der Verkehrspolitik in Bamberg, ganz von ungefähr kommen die Zahlen nicht. In den letzten Jahren wurden hunderte Grünabbiegepfeile für Radler installiert, die das Verkehrsmittel Fahrrad beschleunigen und damit attraktiver machen. Am Regensburger Ring kann man seit wenigen Jahren Richtung Gaustadt auf zeitgemäßer Radinfrastruktur fahren. Die Peuntstraße wurde durch den Radfahrstreifen stadteinwärts für den Radverkehr deutlich sicherer und komfortabler. Ähnliches gilt für die Friedrichstraße stadteinwärts und die Kapuzinerstraße. Es wurden einige Fahrradstraßen eingerichtet. Nach anfangs eher schwacher Auslastung ist das Fahrradparkhaus an der Brennerstraße aktuell quasi voll. Dies zeigt aber auch, dass an der Innenstadtseite vom Bahnhof dringend ein zweites Radparkhaus errichtet werden muss. Sehr innovativ wäre die Einrichtung eines Radparkturms gegenüber dem Bahnhof. Hier könnten auf geringer Fläche eine Vielzahl von Rädern sicher eingestellt werden.

Aufgrund der fortschreitenden Elektrifizierung der Räder und den damit einhergehenden höheren Werten eines Fahrrades, sind mehr diebstahlsichere Abstellmöglichkeiten im Zentrum der Stadt unbedingt erforderlich. Die am Grünen Markt weggefallenen Radbügel müssen endlich in unmittelbarer Nähe zur Fußgängerzone ersetzt werden. Davon würde der Innenstadthandel mit Sicherheit profitieren.

Da die Verkehrsfläche endlich ist, ist in vielen Straßenzügen kein ausreichender Platz für zeitgemäße Fahrradinfrastruktur. Dort bewegen sich die Radfahrenden im Mischverkehr mit dem MIV. Um die Sicherheit der Radler zu erhöhen ist dort Tempo 30 anzuordnen. Die neue Straßenverkehrsordnung erleichtert dies und stellt die Sicherheit über die Leichtigkeit des Verkehrs.

Großes Potenzial sieht der ADFC für den Radverkehr von und in die direkten Nachbargemeinden. In diesen liegt der Radanteil bei 17 %. Gemeinden wie Bischberg, Hallstadt und Memmelsdorf liegen nur ca. 5 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Bis zur Stadtgrenze sind die Wege aus diesen Gemeinden ganz ordentlich. Schaut man sich aber die Wege an, auf denen man von Hallstadt oder Memmelsdorf in Bamberg ins Zentrum gelangt, ist es nicht verwunderlich, dass auf täglichen Wegen leider zu oft das Auto benutzt wird. Auch der Metropolradweg nach Nürnberg wird seit Jahren diskutiert, befindet sich aber immer noch nicht einmal in der Planungsphase.

Insgesamt kann man feststellen, dass bei einer noch konsequenteren Fahrradförderung, der Radverkehrsanteil in der gesamten Region nochmal deutlich steigen könnte. Dies geht nicht zu Lasten der Erreichbarkeit der City mit dem Auto, ganz im Gegenteil! Für die Menschen, die wirklich aufs Auto angewiesen sind, wäre dann deutlich mehr Platz in der Stadt.

Einen echten Belastungstest für die Erreichbarkeit der Stadt mit dem Auto stellt der anstehende Bahnausbau dar. Man kann nur hoffen, dass der Radverkehrsanteil bis zum Beginn der Bauarbeiten schon so hoch ist, dass die mit den Baumaßnahmen verbundenen Einschränkungen erträglich sind. Sollte man dann immer noch glauben, dass das Auto das Verkehrsmittel schlechthin ist, wird man spätestens dann den vielbeschworenen Zusammenbruch des Verkehrs erleben.

Das gibts noch das ausführliche Ergebnis der Mobilitätsbefragung.

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